Finanzlage

 

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit (vgl. Tabelle C.05) lag im ersten Halbjahr 2014 mit 1,6 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis vor Steuern enthielt im ersten Halbjahr 2014 einen zahlungsunwirksamen Ertrag aus der Neubewertung bzw. Aufwand aus der Absicherung des Aktienkurses der Anteile an Tesla in Höhe von zusammen 0,5 Mrd. €, während im ersten Halbjahr 2013 für die Neubewertung der EADS-Anteile ein zahlungsunwirksamer Ertrag in Höhe von 3,4 Mrd. € enthalten war. Bereinigt um diese Effekte ergab sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Verbesserung des Konzernergebnisses vor Steuern. Gegenläufig wirkte die Entwicklung des Working Capital. Der vergleichsweise höhere Vorratsaufbau sowie der niedrigere Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen konnten über die Entwicklung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht vollständig kompensiert werden. Das Wachstum im Neugeschäft aus der Leasing- und Absatzfinanzierung lag erneut über dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums. Zudem führte die positive Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2014 zu höheren Ertragsteuerzahlungen.

C.05

Verkürzte Konzern-Kapitalflussrechnung
in Millionen € Q1-2 2014 Q1-2 2013 Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel­äquivalente zum Jahresanfang 11.053 10.996 +57
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 1.641 1.570 +71
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -1.758 -2.716 +958
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -163 1.807 -1.970
Einfluss von Wechselkurs­änderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungs­mittel­äquivalente 21 -50 +71
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel­äquivalente zum Periodenende 10.794 11.607 -813

Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (vgl. Tabelle C.05) ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 1,8 (i. V. 2,7) Mrd. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus den im Rahmen des Liquiditätsmanagements vorgenommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren. In der Berichtsperiode ergaben sich insgesamt Mittelzuflüsse (netto), wohingegen im Vorjahreszeitraum die Käufe von Wertpapieren die Verkäufe deutlich überstiegen. Zudem wirkten sich die leicht rückläufigen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte positiv aus. Die Investitionen in Sachanlagen für das Anlaufen von neuen Produkten und für Kapazitätserweiterungen lagen weiterhin auf dem hohen Niveau der Vorjahre. Während im ersten Halbjahr 2013 der Verkauf der restlichen Anteile an der EADS (2,2 Mrd. €) sowie die Kapitalerhöhung an Beijing Benz Automotive Co., Ltd. (BBAC) in Höhe von 0,2 Mrd. € den Cash Flow der Investitionstätigkeit stark beeinflussten, waren im ersten Halbjahr 2014 nur kleinere Mittelabflüsse für Investitionen in Beteiligungen zu verzeichnen.

Aus dem Cash Flow der Finanzierungstätigkeit (vgl. Tabelle C.05) resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelabfluss von 0,2 Mrd. € (i. V. Mittelzufluss von 1,8 Mrd. €). Die Veränderung beruhte nahezu ausschließlich auf der Veränderung der Finanzierungsverbindlichkeiten (netto). Zudem wirkten die gestiegenen Dividendenzahlungen an die Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften sowie an die Aktionäre der Daimler AG.

Seit dem 31. Dezember 2013 gingen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten um 0,3 Mrd. € zurück. Die Liqui­dität, die zusätzlich die verzinslichen Wertpapiere umfasst, wurde um 1,2 Mrd. € auf 16,9 Mrd. € verringert.

Die von Daimler verwendete Messgröße für die Finanzkraft seiner industriellen Aktivitäten ist der Free Cash Flow des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle C.06), dessen Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit erfolgt. Die im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit enthaltenen Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von verzinslichen Wertpapieren werden herausgerechnet, da diese Wertpapiere der Liquidität zugeordnet sind und deren Veränderung daher nicht Bestandteil des Free Cash Flow ist.

C.06

Free Cash Flow des Industriegeschäfts
in Millionen € Q1-2 2014 Q1-2 2013 Veränderung
       
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 4.082 3.430 +652
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -1.957 -2.640 +683
Veränderung der verzinslichen Wertpapiere -722 1.639 -2.361
Übrige Anpassungen 44 -127 +171
Free Cash Flow des Industriegeschäfts 1.447 2.302 -855

Die übrigen Anpassungen betreffen Zugänge an Sachanlagen, die dem Konzern aufgrund der Ausgestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind. Weiterhin werden Effekte aus der Finanzierung konzerninterner Händler herausgerechnet. Darüber hinaus werden die im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit auszuweisenden Zahlungsströme im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Anteilen an Tochtergesellschaften ohne Beherrschungsverlust im Free Cash Flow berücksichtigt.

Der Free Cash Flow belief sich im ersten Halbjahr 2014 auf 1,4 Mrd. €. Den positiven Ergebnisbeiträgen der automobilen Geschäftsfelder stand ein Anstieg im Working Capital als Saldo aus der Veränderung der Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 0,7 Mrd. € gegenüber. Positive Effekte resultierten aus dem Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Gesellschaften des Industriegeschäfts an Daimler Financial Services. Hohe Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte, Ertragsteuer- und Zinszahlungen belasteten den Free Cash Flow des Industriegeschäfts.

Der Rückgang des Free Cash Flow um 0,9 Mrd. € war im Wesentlichen auf die im Vorjahr vereinnahmten Erlöse aus dem Verkauf der restlichen Anteile an der EADS in Höhe von 2,2 Mrd. € zurückzuführen. Weiterhin sind die Zahlungen für Ertragsteuern und Zinsen gestiegen. Höhere Ergebnisbeiträge der automobilen Geschäftsfelder sowie rückläufige Investitionen in immaterielle Vermögenswerte haben sich dagegen positiv ausgewirkt.

Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle C.07) errechnet sich als Bestand der bilanziell ausgewiesenen Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und der in das Liquiditätsmanagement einbezogenen verzinslichen Wertpapiere abzüglich des währungsgesicherten Rückzahlungsbetrags der Finanzierungsverbindlichkeiten.

C.07

Netto-Liquidität des Industriegeschäfts
in Millionen € 30.06.2014 31.12.2013 Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel­äquivalente 9.487 9.845 -358
Verzinsliche Wertpapiere 4.597 5.303 -706
Liquidität 14.084 15.148 -1.064
Finanzierungsverbindlichkeiten -1.688 -1.324 -364
Marktbewertung und Währungs­absicherung für Finanzierungs­verbindlichkeiten 300 10 +290
Finanzierungs­verbindlichkeiten (nominal) -1.388 -1.314 -74
Netto-Liquidität 12.696 13.834 -1.138

Soweit die konzerninterne Refinanzierung des Finanzdienstleistungsgeschäfts durch Gesellschaften des Industriegeschäfts erfolgt, wird diese bei der Ermittlung der Verschuldung des Industriegeschäfts abgezogen.

Seit dem 31. Dezember 2013 verringerte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts insgesamt um 1,1 Mrd. € auf 12,7 Mrd. €. Der Rückgang war im Wesentlichen auf die Dividendenzahlungen an die Aktionäre der Daimler AG (2,4 Mrd. €) sowie an die Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften zurückzuführen (0,2 Mrd. €); der Free Cash Flow in Höhe von 1,4 Mrd. € hat sich hingegen positiv auf die Nettoliquidität ausgewirkt.

Die auf Konzernebene vor allem aus der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultierende Netto-Verschuldung hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2013 um 4,6 Mrd. € verringert. (Vgl. Tabelle C.08)

C.08

Netto-Verschuldung des Daimler-Konzerns
in Millionen € 30.06.2014 31.12.2013 Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel­äquivalente 10.794 11.053 -259
Verzinsliche Wertpapiere 6.115 7.066 -951
Liquidität 16.909 18.119 -1.210
Finanzierungs­verbindlichkeiten -81.453 -77.738 -3.715
Marktbewertung und Währungs­absicherung für Finanzierungs­verbindlichkeiten 289 -3 +292
Finanzierungs­verbindlichkeiten (nominal) -81.164 -77.741 -3.423
Netto-Verschuldung -64.255 -59.622 -4.633

Der Daimler-Konzern hat sich im ersten Halbjahr 2014 erneut zu attraktiven Bedingungen auf den internationalen Geld- und Kapitalmärkten refinanziert.

Im ersten Halbjahr 2014 sind Daimler aus der Emission von Anleihen liquide Mittel in Höhe von 6,8 (i. V. 6,7) Mrd. € zugeflossen. Aufgrund der Tilgung von Anleihen flossen 5,8 (i. V. 3,0) Mrd. € ab. (Vgl. Tabelle C.09)

C.09

Benchmarkemissionen
Emittentin Volumen Monat der Emission Fälligkeit
       
Daimler AG 750 Mio. € 01/2014 01/2022
Daimler Finance North America 1.500 Mio. US-$ 03/2014 03/2017
Daimler Finance North America 650 Mio. US-$ 03/2014 03/2021
Daimler AG 400 Mio. £ 05/2014 12/2016

Über die in der Tabelle C.09 dargestellten Emissionen hinaus wurden diverse weitere kleinere Begebungen in verschiedenen Ländern vorgenommen. Im zweiten Quartal 2014 wurden insbesondere die günstigen Bedingungen am Sterlingmarkt genutzt.

Darüber hinaus hat die Daimler AG Anfang Juli eine zehnjährige Anleihe in Höhe von 500 Mio. € im Euromarkt emittiert. Im April und Juli 2014 wurde in den USA aufgrund des sehr günstigen Marktumfelds jeweils eine Asset-Backed Securities (ABS)-Transaktion mit einem Volumen von rund 2,0 bzw. 1,1 Mrd. US-$ durchgeführt.

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