Geschäftsentwicklung

 

Weltwirtschaft setzt Expansion fort

Die Weltwirtschaft hat im zweiten Quartal 2014 ihren generellen Aufwärtstrend zwar bestätigen können, das Wachstumstempo ist jedoch weiterhin vergleichsweise gering. Am dynamischsten dürfte dabei noch die konjunkturelle Entwicklung in den USA gewesen sein, die nach dem unerwartet deutlichen Rückgang vom ersten Quartal eine entsprechende Gegenbewegung zeigen sollte. Im Gegensatz dazu fehlte es in Japan nach den steuerbedingten Vorzieheffekten des ersten Quartals nun an Nachfrage. Die ökonomischen Frühindikatoren für die Europäische Währungsunion deuten darauf hin, dass sich die Belebung zwar fortgesetzt hat, aber wie zuvor nur sehr verhalten ausgefallen ist und zudem erhebliche regionale Unterschiede aufweist. Erfreulicherweise spricht vieles dafür, dass die chinesische Wirtschaft weiter solide wächst. In anderen wichtigen Schwellenländern blieb die wirtschaftliche Lage dagegen bis zuletzt angespannt, so insbesondere in Russland und Brasilien. Ein Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft sind die gestiegenen politischen Risiken; dies zeigt sich unter anderem an den hohen Rohölpreisen. Trotz dieses eher schwierigen Umfelds konnten die Aktienmärkte im Verlauf des zweiten Quartals leicht zulegen; der Euro tendierte nahezu unvermindert stark.

Die weltweite Pkw-Nachfrage bewegte sich auch im zweiten Quartal über dem Vorjahresniveau, gestützt von anhaltenden Marktzuwächsen in China und den USA sowie einer moderaten Markterholung in Westeuropa. In China setzte sich der stabile Aufwärtstrend mit zweistelligen Zuwachsraten fort. Der US-Markt gewann nach dem verhaltenen Auftaktquartal deutlich an Dynamik und übertraf den Vorjahreswert um rund 7%. Zugleich waren die Verkaufszahlen im zweiten Quartal so hoch wie seit 2006 nicht mehr. In Westeuropa verfestigte sich der moderate Aufwärtstrend mit einem Nachfrageanstieg von knapp 4%. Während der britische Markt weiterhin deutlich zulegte, verzeichneten die übrigen Kernmärkte Westeuropas nur leichte Marktzuwächse. Der japanische Markt war im zweiten Quartal von der zurückliegenden Mehrwertsteuererhöhung beeinträchtigt. Allerdings fiel der Rückgang mit rund 2% deutlich geringer aus als erwartet. Die Nachfrage in den großen Schwellenländern entwickelte sich abgesehen von China weiterhin ungünstig. Der indische Markt stabilisierte sich zwar und lag erstmals seit eineinhalb Jahren wieder knapp über dem Vorjahresniveau. Dagegen waren die Verkaufszahlen in Russland infolge der Ukraine-Krise und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Schwäche deutlich rückläufig.

Die Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw war in den Kernmärkten mit wenigen Ausnahmen weiter von schwierigen Marktbedingungen geprägt. Nach dem kräftigen Euro-VI-Vorzieheffekt am Ende des vergangenen Jahres hat sich der europäische Markt im ersten Halbjahr 2014 wieder auf einem niedrigeren Niveau eingependelt. Dabei wurde im zweiten Quartal das relativ schwache Marktvolumen des Vorjahres leicht unterschritten. Ebenfalls durch Sondereffekte beeinflusst war der japanische Markt für leichte, mittlere und schwere Lkw. Die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. April 2014 führte auch hier zu Vorzieheffekten, eine entsprechende Marktabschwächung war aber nur im April zu beobachten. Im Gesamtquartal setzte der Markt dagegen seinen soliden Wachstumstrend fort. Der nordamerikanische Markt entwickelte sich in der Gewichtsklasse 6-8 weiterhin günstig und übertraf das Vorjahresniveau um knapp 10%. Im brasilianischen Markt war das Segment der mittleren und schweren Lkw aufgrund der enttäuschenden wirtschaftlichen Lage weiterhin deutlich rückläufig. In Indien sind hingegen nach den deutlich zweistelligen Einbußen der vorangegangenen Quartale zunehmende Anzeichen einer Marktstabilisierung erkennbar. Noch kein Ende der Talfahrt ist in Russland zu beobachten. Nach letzten Schätzungen dürfte der Markt das Vorjahresniveau zweistellig verfehlt haben. In China macht sich die Einführung neuer Abgasnormen zunehmend bemerkbar. Im zweiten Quartal drehte der Markt im Vorjahresvergleich ins Minus.

Die Nachfrage nach Transportern ist in Europa im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Der nordamerikanische Transportermarkt war von einer noch stärkeren Erholung gekennzeichnet. In Lateinamerika war der Markt für Transporter aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation deutlich rückläufig.

Der Busmarkt in Westeuropa entwickelte sich im zweiten Quartal 2014 deutlich besser als im Vorjahr. Dahingegen war der Markt in Osteuropa aufgrund eines deutlich reduzierten Volumens in der Türkei insgesamt rückläufig. Bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Lage in Brasilien und in Argentinien blieb auch der lateinamerikanische Markt unter dem Vorjahresniveau.

Absatz im zweiten Quartal deutlich über Vorjahresniveau

Im zweiten Quartal 2014 hat Daimler weltweit 628.900 Pkw und Nutzfahrzeuge abgesetzt und damit das Vorjahres­niveau um 4% übertroffen.

Mercedes-Benz Cars erzielte im zweiten Quartal 2014 ein neues Rekordniveau beim Konzernabsatz. Insgesamt stiegen die Verkäufe der Pkw-Sparte um 3% auf 418.700 Einheiten. Mercedes-Benz Cars behauptete sich im volatilen europäischen  Marktumfeld sehr gut und konnte in fast allen Märkten Marktanteile hinzugewinnen. In Westeuropa (ohne Deutschland) übertraf Mercedes-Benz Cars mit 98.700 Einheiten leicht den Vorjahresabsatz von 98.500 Einheiten. Im deutschen Markt verkauften wir 73.200 Fahrzeuge (i. V. 79.800). In unserem größten Auslandsmarkt, den USA, war das Geschäftsfeld mit 81.900 abgesetzten Einheiten erfolgreicher als je zuvor und wuchs im Vorjahresvergleich um 7%. In China setzte das Unternehmen seinen starken Kurs fort und steigerte den Absatz um 13% auf 68.100 Fahrzeuge.

Der Absatz von Daimler Trucks lag mit 126.100 Einheiten im zweiten Quartal um 2% über dem Vorjahreswert, wobei die regionale Entwicklung sehr unterschiedlich ausfiel. In Westeuropa lag unser Absatz mit 13.200 Fahrzeugen vor allem aufgrund von Vorzieheffekten angesichts der Euro-VI-Einführung zum Jahresende 2013 um 7% unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig steigerten wir den Marktanteil unserer Mercedes-Benz Fahrzeuge im mittleren und schweren Segment um 2,2%-Punkte auf 26,2%. In Osteuropa blieb unser Absatz hinter dem vergangenen Jahr zurück. Vor allem in Russland war der Rückgang deutlich spürbar. In Lateinamerika wirkten sich die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin negativ auf die Lkw-Nachfrage aus. Unser Absatz lag in diesem Markt mit 11.900 Einheiten um 26% unter dem Vorjahr. Trotz des schwierigen Marktumfelds konnten wir in Brasilien unsere Marktposition verbessern und im mittleren und schweren Segment einen Marktanteil von 25,7% (i. V. 24,9%) erreichen. In der NAFTA-Region führte die erhöhte Marktnachfrage zu einem Absatzanstieg um 18% auf 41.100 Einheiten. Unser Marktanteil in der Klasse 6-8 lag bei 36,0% (i. V. 38,3%). Wir konnten damit die Marktführerschaft  erneut klar behaupten. In Asien bewegten sich unsere Absätze in einem sehr unterschiedlichen Marktumfeld mit 42.800 Einheiten leicht über dem Vorjahresniveau. Im japanischen Lkw-Gesamtmarkt konnten wir mit 8.900 Einheiten etwas mehr FUSO Fahrzeuge absetzen als im vergangenen Jahr und damit unseren Marktanteil auf 21,4% (i. V. 19,9%) ausbauen. In Indien ist es uns im mittleren und schweren Lkw-Segment gelungen, mit unseren BharatBenz Fahrzeugen den Marktanteil weiter zu steigern.

Mercedes-Benz Vans steigerte seinen Absatz im zweiten Quartal 2014 deutlich auf 76.000 (i. V. 69.400) Einheiten. Dabei konnte die Transportersparte in ihrer Kernregion Westeuropa ein deutliches Absatzplus von 17% auf 49.600 Einheiten erzielen. Bedingt durch das volatile Marktumfeld in der Türkei konnte der Absatz in Osteuropa mit 6.400 (i. V. 7.200) Einheiten nicht an das hohe Niveau des Vorjahres anschließen. In den USA lag der Absatz mit 7.200 Einheiten um 18% über dem Vorjahresniveau. Auch in China verzeichneten wir zweistellige Wachstumsraten; der Absatz stieg um 17% auf 3.900 Einheiten. In Lateinamerika hingegen war unser Absatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich rückläufig (-22%).

Der Absatz von Daimler Buses lag im zweiten Quartal 2014 mit 8.100 Bussen und Fahrgestellen um 2% über dem Vorjahreswert. Dabei konnte der Zuwachs in Westeuropa aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Komplettbussen den Absatzrückgang bei den Fahrgestellen in Lateinamerika mehr als kompensieren. In Westeuropa setzten wir 1.700 Einheiten der Marken Mercedes-Benz und Setra ab. Aufgrund der aktuellen Marktsituation blieb der Absatz in der Türkei unter dem Vorjahr. In Lateinamerika (ohne Mexiko) lag der Absatz mit 4.300 (i. V. 4.500) Fahrgestellen unter dem Niveau des Vorjahres. Dabei wirkte sich insbesondere die schwierige wirtschaftliche Lage in Argentinien negativ auf unsere Absatzentwicklung aus.

Bei Daimler Financial Services stieg das Neugeschäft gegenüber dem Vorjahresquartal um 12% auf 11,5 Mrd. €. Das Vertragsvolumen erreichte Ende Juni 88,1 Mrd. € und stieg damit gegenüber dem Jahresendwert 2013 um 5%. Weiterhin sehr erfreulich verlief auch das Versicherungsgeschäft.

Der Umsatz von Daimler lag im zweiten Quartal bei 31,5 Mrd. € und damit um 6% über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Wechselkursveränderungen betrug der Umsatzanstieg 11%.

Die hohe Fahrzeugnachfrage hat in Verbindung mit einem günstigen Modell-Mix bei Mercedes-Benz Cars zu einem überproportionalen Umsatzanstieg um 9% auf 17,8 Mrd. € geführt. Bei Daimler Trucks lag der Umsatz mit knapp 8,0 Mrd. € auf Vorjahreshöhe und konnte insbesondere aufgrund von Wechselkurseffekten den leichten Absatzanstieg nicht widerspiegeln. Auch im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans ist der Umsatz mit 2% wechselkursbedingt nur unterproportional auf 2,5 Mrd. € gestiegen. Die Busse haben ihren Umsatz dagegen um 12% auf 1,0 Mrd. € überproportional gesteigert. Hier hat sich insbesondere ein höherer Anteil von Komplettbussen positiv ausgewirkt.

C.01

Absatz nach Geschäftsfeldern
  Q2 2014 Q2 2013 Veränd. in %
       
Daimler-Konzern 628.857 605.823 +4
Mercedes-Benz Cars 418.685 404.711 +3
Daimler Trucks 126.066 123.763 +2
Mercedes-Benz Vans 76.009 69.436 +9
Daimler Buses 8.097 7.913 +2

C.02

Umsatz nach Geschäftsfeldern
in Millionen € Q2 2014 Q2 2013 Veränd. in %
       
Daimler-Konzern 31.544 29.692 +6
Mercedes-Benz Cars 17.771 16.324 +9
Daimler Trucks 7.966 7.965 +0
Mercedes-Benz Vans 2.494 2.434 +2
Daimler Buses 1.048 934 +12
Daimler Financial Services 3.828 3.548 +8
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